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Kommunikation in Projekten: der Comic-Klassiker

(jm)
Der Comic-Klassiker der Projektkommunikation: »Was der Kunde erklärte …« ist wohl weltweit fast jedem Projektmanager bekannt – zumindest inhaltlich aus leidvoller Erfahrung.

Zustimmung und Kopfnicken sind die übliche erste Reaktion, verbunden mit einem: »Ja, genauso ist es«, oder auch einem besorgten: »Woher kennt der Zeichner mein Unternehmen?«

Ein durchaus merkwürdiges Phänomen weltweit: Man fühlt sich von einem Unbekannten sofort verstanden, kann sich länderübergreifend auf Anhieb mit dem Urheber identifizieren. Es soll sogar Projektbüros geben, die sagen: bei diesem Comic ist das spontane »Identifikationspotenzial« zehnmal größer als bei unserer firmeneigenen PR-Hochglanzbroschüre mit unserer »Unternehmensphilosophie« …

Wer immer sich im Projektmanagement verdingt und diese berufliche »Identifikationshilfe« noch nicht kennt, dem soll die Schöpfung eines unbekannten Projektmanagement-Kenners nicht vorenthalten werden:

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[Quelle: Urheber unbekannt]

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Ixquick bietet neuen Proxy-Service (2)

(jm)
In diesem Video erläutert Dr. Katherine Albrecht, Buchautorin (»RFID Spychips«) und Gründerin der Verbraucherorganisation CASPIAN, die Funktionsweise des neuen datenschutzorientierten Proxy-Dienstes der Meta-Suchmaschine Ixquick / Startpage:

Siehe dazu auch: Ixquick bietet neuen Proxy-Service und Kennen Sie … Ixquick?

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Ixquick bietet neuen Proxy-Service

(jm)

Die Erfinder der Meta-Suchmaschine »Ixquick« und ihres amerikanischen Pendants »Startpage« bieten einen neuen Service für anonymes Surfen im Internet: einen kostenlosen Proxy-Service, der auch während des weiteren Zugriffs auf die Website des Suchergebnisses keinerlei eigene Daten an die besuchte Seite weitergibt.

Im Ergebnis bedeutet das: nicht nur anonyme Suchabfragen, sondern insgesamt anonymes Surfen im Schutz der Kommunikationsschnittstelle Ixquick / Startpage, die dann wie eine Art zwischengeschaltetes Bindeglied zwischen Ihrem Rechner und der aufgerufenen Website fungiert. Damit bleibt Ihre Privatsphäre als Abfrager absolut gewahrt.

Bereits vor mehr als einem Jahr hatten Ixquick und Startpage bekannt gegeben, im Unterschied zu anderen Suchmaschinen die abfragende IP-Adresse nicht mehr zu speichern und auch keinerlei weitere Daten mehr über technische Ausstattung sowie Surfverhalten ihrer Benutzerinnen und Benutzer zu erfassen (Cookies etc.).

Ixquick und Startpage bauen damit ihr weltweites Alleinstellungsmerkmal unter den Suchmaschinen – eine entschieden kunden- und datenschutzorientierte Geschäftspolitik – konsequent weiter aus. Der Unterschied und Abstand zu anderen sog. »Suchmaschinen«, deren Zweck mehr oder weniger im Sammeln von Abfragedaten und deren Zusammenballung zu monetarisierbaren Konsumentenprofilen besteht, wird mit dieser Innovation einmal mehr deutlicher.

Wie funktioniert der neue Proxy-Service nun praktisch?

Gibt man eine Suchabfrage in die Eingabemaske von Ixquick / Startpage ein, so erscheint hinter jedem einzelnen Suchergebnis das Wort »Proxy« als anklickbare Option. Dieser Verbindungsaufbau zur Ergebnisseite über das Proxy vollzieht  sich zwar etwas langsamer, gewährleistet jedoch die volle Anonymität des Abfragers gegenüber der gesuchten Website (allerdings kann der Proxy-Service nicht bei Einkäufen in Online-Shops verwendet werden, oder wenn man z.B. auf der gesuchten Website Texteingaben in Formularen vornehmen will).

Um es kurz zusammenzufassen:

Ohne den Proxy-Schutz:

  • verlässt man den Datenschutzbereich von Ixquick, wenn man direkt auf ein Suchergebnis klickt,
  • wird eine direkte Verbindung zu der externen Website aufgebaut,
  • kann die gesuchte Website Ihre IP-Adresse sehen und aufzeichnen, Cookies auf Ihrem Browser speichern und möglicherweise Cookies lesen, die dort von anderen gespeichert wurden,
  • kann die Website Ihr Verhalten – einschließlich der Links, die Sie anklicken und der Seiten, die Sie anzeigen – beobachten, aufzeichnen und mit weiteren Daten abgleichen und zu Profilen zusammenführen,
  • werden die gesuchten Seiten schneller geladen, da Sie die Inhalte sozusagen direkt von der Quelle anzeigen,
  • eine gesuchte Website aufzurufen ist dann sinnvoll, wenn Sie sich keine Sorgen wegen des Datenschutzes machen, wenn Sie der Website vertrauen oder wenn Sie identifiziert werden möchten, zum Beispiel, wenn Sie sich bei Ihrem Bankkonto anmelden.

Mit Proxy-Schutz hingegen:

  • geht Ixquick (via Stellvertreter / Proxy) zu der Website, die Sie ausgewählt haben, ruft die Seite ab und zeigt sie für Sie an,
  • sind Sie für die Website unsichtbar. Dort sieht man nur die IP-Adresse von Ixquick, nicht die Ihre,
  • haben Sie niemals direkten Kontakt zu der gesuchten Website aufgenommen, können von dort nicht gesehen werden, und es können keine Cookies auf Ihrem Browser gespeichert werden,
  • können Sie auf die von der Website verlinkten Seiten klicken, und der Ixquick Proxy zeigt Ihnen diese ebenfalls an,
  • sind Sie jederzeit von den Datenschutzrichtlinien von Ixquick geschützt. (Keine Speicherung der IP-Adresse, keine Verwendung von identifizierenden Cookies, keine Speicherung der Suche oder der Aktivitäten auf der Website),
  • garantiert Ihnen Ixquick vollständigen Schutz der Privatsphäre und Anonymität,
  • haben Sie – den wohl einzigen – Nachteil, dass die Seiten etwas langsamer geladen werden, da Ixquick die Inhalte zunächst abrufen und dann anzeigen muss.

Entscheiden Sie selbst …

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Experten in der journalistischen Berichterstattung: 10 Thesen von Prof. Holger Wormer

(jm)

  1. Experten nehmen eine zentrale Rolle in der journalistischen Berichterstattung ein. Ebenso zentral ist daher die Fähigkeit, geeignete Experten zu finden, zu bewerten und kritisch zu hinterfragen.
  2. Expertenurteile dienen häufig als Surrogat für eine echte Auseinandersetzung mit komplexen Themen. Tatsächlich entbinden Expertenurteile Journalisten nicht von der Pflicht, sich selber in ein Thema einzuarbeiten. Eigenrecherche senkt die Abhängigkeit von reinen Expertenaussagen.
  3. Der Respekt vor Experten und der Gültigkeit ihrer Aussagen ist zu groß. Journalisten fehlt aber häufig das notwendige Wissen und die Fähigkeit, die Rolle von Experten einzuschätzen. Dabei bietet gerade das Internet Chancen, Experten schnell richtig einzuordnen, weitere geeignete Experten zur Überprüfung zu finden sowie umgekehrt Expertennetzwerke und Abhängigkeiten zu analysieren.
  4. Der Anspruch an einen Experten hängt auch von der Tragweite seiner Aussagen ab. An den Fußballexperten oder den »Erklärbär« für physikalische Phänomene auf der Basis von Schulwissen sind andere Anforderungen zu stellen als an den Gesundheitsexperten, der weit reichende Empfehlungen gibt, die über Heilung und Krankheit, unter Umständen über Leben oder Tod entscheiden können.
  5. Ist ein »Experte« einmal als solcher in den Medien präsent, kommt es schnell zum Recycling der immer gleichen Köpfe auf allen Kanälen. Nicht selten mutiert der Experte auf einem hochspeziellen Gebiet dabei zu einer Art »Universalexperten« für vieles.
  6. Ein Experte muss nicht zwangsläufig Wissenschaftler sein; ein international erfahrener Fußballtrainer hat durchaus Expertenstatus auf seinem Gebiet. Für Zuschauer, Zuhörer und Leser muss aber jederzeit klar sein, worin die Kompetenzen und Grenzen eines präsentierten Experten liegen. Wird der Anschein von Wissenschaftlichkeit erweckt, so muss der Experte auch über eine wissenschaftliche Expertise auf dem entsprechenden Gebiet verfügen. Ein Unternehmensberater ist kein wissenschaftlicher Experte, auch wenn er gerne als solcher auftritt.
  7. Journalistische Grundregeln wie das Einholen einer Gegenmeinung können im Falle von Expertenstatements zu Verzerrungen führen (»balance as bias«). Ohne entsprechende Einordnung bekommen wissenschaftliche Außenseitermeinungen oft ein überproportionales Gewicht in der Berichterstattung: Es entsteht der Eindruck eines großen Expertenstreits, obwohl unter den eigentlichen Experten ein praktisch vollständiger Konsens herrscht (Beispiel Klimawandel).
  8. Die Wissenschaft selbst hat formale Kriterien für die Bewertung von Experten entwickelt, die auch Journalisten für einen ersten »Experten-Check« unbedingt nutzen sollten. Dazu gehören Fachpublikationen (in angesehenen Verlagen und möglichst begutachteten (»peer reviewed«) Fachzeitschriften), Zitierhäufigkeit in der jeweiligen scientific community, Ruf der Person und seiner Institution unter Fachkollegen, Drittmittel, Forschungspreise, Patente und Lehrerfahrung. Wenngleich diese Kriterien nur Anhaltspunkte geben und zum Teil ambivalent sind (z.B. Drittmittel), ließen sich damit bereits die meisten Scharlatane erkennen.
  9. Der Staat gefährdet mit einer an ökonomischen Prinzipien ausgerichteten Forschungspolitik, einem mitunter absurden Wettbewerb bei gleichzeitig fortschreitender Unterfinanzierung der Hochschulen eine zumindest prinzipielle Unabhängigkeit wissenschaftlicher Experten. Die zunehmend nur zeitlich befristete Förderung von Projekten, die Forderung nach Medienpräsenz der Institution und der Zwang zur Verwertbarkeit möglichst vieler Forschungsergebnisse erhöht den Drittmitteldruck auf Wissenschaftler und zerstört ihre relative Unabhängigkeit. In Bereichen wie der Medizin gibt es kaum noch einen »unabhängigen Experten«.
  10. Umgekehrt funktioniert der verbreitete journalistische Reflex »Wissenschaftler xy erhält auch Projektmittel von Unternehmen z und ist deshalb nicht glaubwürdig« in dieser einfachen Form nicht mehr. In vielen Fällen – etwa bei Ingenieuren – sind Drittmittel aus der Industrie sogar ein besonderes Zeichen für Expertise auf einem bestimmten Gebiet. Voraussetzung ist dabei ein transparenter Umgang des Experten mit solchen Finanzierungen und ggf. die Erklärung eines »conflict of interest«.

Prof. Holger Wormer ist Professor für Wissenschaftsjournalismus an der TU Dortmund (Quelle: netzwerk recherche).

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Unsere nationale »Wissensbilanz« vor 44 Jahren

(jm)

Manchmal ist es spannend, der Frage nachzugehen, wann ein heute allgemein üblicher Begriff zum allerersten Mal in Sprachgebrauch oder Literatur auftaucht – und vor allem, in welchem Zusammenhang. Konzeptionelle Einbettung erfährt solche Forschungstätigkeit nicht zuletzt durch die »Theorie der schwachen Signale« nach Igor Ansoff: »Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus«, weiß der Volksmund – und er beschränkt diese landläufige Einsicht nicht auf unternehmerische strategische Frühaufklärung oder die betriebswirtschaftliche Disziplin des Risikomanagements.

Für einen Blog, der sich mit Wissensmanagement beschäftigt, bietet sich beispielsweise der Begriff »Wissensbilanz« an, wie er auch in der »Wissensbilanz – Made in Germany« anklingt. Also: Wer hat als erster den Begriff der »Wissensbilanz« verwendet? Wer hat’s erfunden? Vielleicht jemand aus der Wissensmanagement-Community? Falsch geraten. Es war Diether Stolze, Chef der Wirtschaftsredaktion der »Zeit«, in dem Zeit-Artikel »Mehr Geld für unsere Zukunft« vom 05.02.1965. Allerdings scheint er den Begriff der »Wissensbilanz« damals mehr im Sinne einer bundesdeutschen Außenhandelsbilanz für Patente und Lizenzen verstanden zu haben, denn er schreibt: »In der Tat: unser Land, das noch vor wenigen Jahrzehnten unter allen Nationen die größte Zahl naturwissenschaftlicher Nobelpreisträger aufzuweisen hatte, ist zum Kostgänger der Wissenschaft anderer Staaten geworden. Wir müssen heute mehr als dreimal soviel Geld für ausländische Lizenzen ausgeben, wie wir durch den Verkauf eigener Patente einnehmen: unsere ›Wissensbilanz‹ ist mit mehr als 500 Millionen Mark passiv.«

Diether Stolzes damaliges Verständnis von »Wissen« erklärt sich zwei Sätze später: »Aber kann das ein Trost dafür sein, daß wir heute in so hohem Maß gezwungen sind, Wissen zu importieren?« Heute wissen wir: Diese Vorstellung von Wissen als »Importware« in Form von Patentlizenzen verträgt sich nicht besonders mit dem Verständnis von Wissen als individueller, personengebundener Konstruktionsleistung.

Über die »Wissensbilanz« der BRD anno 1965 erfahren wir im nächsten Abschnitt: »Zum ersten Mal versucht nun die Bundesrepublik, sich über ihren Rückstand in Wissenschaft und Technik Rechenschaft abzulegen. Der „Bundesbericht Forschung I“, den Wissenschaftsminister Hans Lenz vorgelegt hat, bietet für jeden, der zu lesen versteht, auf 210 Seiten eine vernichtende Bilanz unserer Versäumnisse: heute fehlt es uns an allem, an Geld und an ausgebildeten Menschen.«

Kaum auszudenken, wenn diese Rechenschaftslegung schon damals auch die »weichen Erfolgsfaktoren« der BRD mit einbezogen hätte und mit Unterstützung der Toolbox der »Wissensbilanz – Made in Germany« möglich gewesen wäre – und es seitdem eine »Große Koalition« implementierungswilliger Politiker gegeben hätte …

 

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