Archiv der Kategorie: Organisationales Hochleistungsmanagement

Neue Dissertation zum Konzept der »Multiplen Kompetenz« erschienen

(jm)

Selbstständig sein als international gefragter Experte für neue Lerntechnologien, Innovationsmanagement, Wissens- und Kompetenzmanagement – und nebenbei noch berufsbegleitend promovieren? Geht nicht, meinen Sie? Geht doch! Beispielsweise beim »Promotionskolleg Wandlungsprozesse« der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Wie es geht und welche Herausforderungen dabei zu meistern waren, erläutert der bekannte Innovations-, Bildungs- und Kompetenzforscher Dr. Robert Freund in einem Praxisbericht des SDI München. Sein mit Spannung erwartetes Dissertationsprojekt »Das Konzept der Multiplen Kompetenz auf den Analyseebenen Individuum, Gruppe, Organisation und Netzwerk« ist nun als Band 6 der Schriftenreihe »Wandlungsprozesse in Industrie- und Dienstleistungsberufen und moderne Lernwelten« des Graduiertenkollegs der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erschienen.

Der Verlag Dr. Kovac schreibt über das Werk:

Der Strukturbruch zwischen der ersten und zweiten Moderne (Reflexive Modernisierung) zeichnet sich durch Kontingenzzuwachs, nicht-intendierte Nebenfolgen und einer Krise der Rationalitätsunterstellungen aus. Die Auswirkungen wie Flexibilisierung, Entgrenzung und Subjektivierung von Arbeit sind dabei wesentliche Bausteine neuer Strategien zur Bewältigung von Unbestimmtheit. Modernisierung stellt sich in diesem Zusammenhang als Umgang mit Entscheidungen unter vielfältigen Ungewiss­heits­bedingungen dar, und wird somit zum Handlungsproblem auf allen Ebenen (Individuum, Gruppe, Organisation, Netzwerk). Es geht dabei nicht darum, Ungewissheit zu beherrschen oder zu verdrängen, sondern Ungewissheit zu akzeptieren und zu lernen, in allen Bereichen damit umzugehen.

Die Bewältigung solch realer Arbeitssituationen ist entscheidendes Kriterium eines modernen Kompetenzbegriffs. So verstandene Kompe­tenzen sind dann auch entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit von Organisationen, die vor der Frage stehen, wie der Umgang mit Unbestimmtheit auf allen Ebenen (Individuum, Gruppe, Organisation und Netzwerk) zielgerichtet bewältigt werden kann.

Das hier vorgestellte Konzept der Multiplen Kompetenz basiert auf dem Systemmodell der Multiplen Intelligenz, berücksichtigt sowohl subjektive Leistungsvoraussetzungen als auch objektive Kompetenzanforderungen und ist dadurch anschlussfähig zu aktuellen Erkenntnissen der Arbeits­situations­analyse. Mit dem Konzept der Multiplen Kompetenz als Emergenzphänomen wird ein Rahmen für ein modernes und ebenen­übergreifendes Kompetenzmanagement aufgezeigt.

Freund, Robert (2011): Das Konzept der Multiplen Kompetenz auf den Analyseebenen Individuum, Gruppe, Organisation und Netzwerk, Hamburg 2011, ISBN 978-3-8300-5720-8, 244 Seiten, 68,00 €. Mein Tipp: unbedingte Kaufempfehlung.

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Google sucht den »idealen Manager«

(jm)

Google liebt Technologie. Google liebt ingenieurmäßige Vorgehensweisen. Google liebt klare Regeln, Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten. Seit mehr als 12 Jahren vertraut das Unternehmen darauf, im globalen »War for Talents« die weltweit besten Entwickler, Ingenieure und Programmierer anzuziehen – und ihnen dann möglichst freie Hand zu lassen. Um seinen Kunden weltweit größtmöglichen Wert zu bieten, hält sich Google – als Teil seiner eigenen Unternehmensphilosophie – möglichst eng an 10 maßgebende Handlungsprinzipien (und deren situative Interpretation):

  1. Focus on the user and all else will follow.
  2. It’s best to do one thing really, really well.
  3. Fast is better than slow.
  4. Democracy on the web works.
  5. You don’t need to be at your desk to need an answer.
  6. You can make money without doing evil.
  7. There’s always more information out there.
  8. The need for information crosses all borders.
  9. You can be serious without a suit.
  10. Great just isn’t good enough.

Weitere 10 Regeln und Prinzipien betreffen das rational-emotional-ganzheitliche Gesamterlebnis, das Google für seine Kunden anstrebt:

  1. Focus on people: their lives, their work, their dreams.
  2. Every millisecond counts.
  3. Simplicity is powerful.
  4. Engage beginners and attract experts.
  5. Dare to innovate.
  6. Design for the world.
  7. Plan for today’s and tomorrow’s business.
  8. Delight the eye without distracting the mind.
  9. Be worthy of people’s trust.
  10. Add a human touch.

Soweit die Endanwender, die externen Kunden. Was aber ist mit den internen Kunden, den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern? Mit welchen 10 Regeln, Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten »managt« Google analog das »Kapital in den Köpfen«? Wie vermeidet das Management erfolgsgefährdende Fluktuation? Wie führen Googles Manager das wettbewerbsentscheidende »Intellectual Capital« in der eigenen Belegschaft? Nun, darüber schweigt Googles Website in der Rubrik »Unternehmensphilosophie«. Zu geheim? Nein, wohl eher noch »zu neu«.

Wie es wohl nur ein durch und durch datenbasiertes und technologiegetriebenes Unternehmen tun kann, unterzog man interne Feedbackbögen und 360-Grad-Managerbewertungen einer akribischen Analyse – auf der Suche nach den bestbewerteten Führungsvorbildern in den eigenen Reihen, und natürlich nach dem persönlichen Entwicklungsbedarf der weniger gut bewerteten Manager. Ergebnis: eine 8-Punkte-Reihenfolge, in der überraschenderweise – oder eben nicht so überraschend – die »harten« technischen Fach- und Spezialkenntnisse der Manager nur den achten Platz der »internen Kundenwünsche« der Mitarbeiter belegten (Quelle: The New York Times vom 13. März 2011).

Hingegen erwarteten die Mitarbeiter von ihren Führungspersönlichkeiten primär die Eigenschaften eines guten Coachs: regelmäßige Einzelgespräche mit individuellem, konstruktivem, lösungsorientiertem Feedback zu den spezifischen Persönlichkeitsstärken und deren individuellen Entwicklungsmöglichkeiten.

Also »soft skills« in Menschen- und Teamführung, für die kaum einer der Entwickler, Ingenieure und Programmierer eine fundierte Ausbildung besaß – und die doch für ein »Technologieunternehmen« zum kritischen Erfolgsengpass der Geschäftsentwicklung und zum »Zünglein an der Waage« zeitgemäßer menschenorientierter Teamführung wurden.

Google vermied bei seiner Analyse bewusst die allgemein übliche, generische Herangehensweise an Managementkompetenzen: z.B. Unternehmen, die einfach nur andere Unternehmen kopieren. Unternehmen, die einfach eine bestimmte Managementphilosophie abkupfern und bei sich implementieren. Unternehmen, die einfach eine Unternehmensberatung oder ein PR-Büro damit beauftragen, ihnen eine publikumsgefällige Führungsphilosophie für die eigene Hochglanzbroschüre zu schreiben. Und sich dann wundern, wenn die Belegschaft auf derartige Top-Down-Beglückungsversuche mit Widerständen reagiert.

Google machte es anders: Google wollte im Grunde wissen, welche sozialen Innovationen spezifisch bei Google funktionieren – und auf welche spezifischen und situativen Managementkompetenzen die eigenen Mitarbeiter im Kontext des eigenen Unternehmens in welcher Reihenfolge den größten Wert legen. Google entwickelte somit, mit Bottom-Up-Ansatz, ein Eigenschaftsbild des »idealen Google-Managers« in der Alltagssprache der eigenen Belegschaft – wen wunderte es, wenn hier das Identifikationspotential wesentlich höher wäre als bei einer – noch so gut gemeinten – hierarchisch verordneten Zwangsbeglückung?

Die vollständige 8-Punkte-Reihenfolge:

Quelle der Grafik: The New York Times vom 13.03.2011

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Kongress »Standortvorteil Wissen« in Berlin (1)

(jm)

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie (BMWi), Hans-Joachim Otto, eröffnete am 19.05.2011 in Berlin den Kongress »Standortvorteil Wissen«, der in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) organisiert wurde. Da nach Meinung vieler Experten die Entwicklung des rohstoffarmen Wirtschaftsstandortes Deutschland maßgeblich vom verfügbaren Wissen und von der Innovationskraft der Unternehmen abhängt, wollten die Veranstalter die Bedeutung der Unternehmensressource »Wissen« für die Unternehmen sowie für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland unterstreichen.

Belegt wird die Bedeutung des »Intellektuellen Kapitals« und insbesondere des Wissensmanagements für den Unternehmenserfolg aktuell durch die Studie »Wettbewerbsfaktor Wissensmanagement 2010: Stand der Praxis in der deutschen Wirtschaft«, die im vergangenen Jahr vom BMWi in Auftrag gegeben worden war und von Prof. Peter Pawlowsky (TU Chemnitz) in einer weiteren Kongresspräsentation kurz vorgestellt wurde. Geplant ist, die Gesamtfassung der Studie noch im Laufe des Jahres in Buchform erscheinen zu lassen.

Bereits Ottos Eröffnungsrede verdeutlichte den Zusammenhang zwischen immateriellen Unternehmensressourcen, nachhaltiger Innovationskraft und Standortsicherung. Seine Rede daher hier nachfolgend im Volltext (es gilt, wie immer, das gesprochene Wort):

Sehr geehrter Herr Krumrey,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

zum Kongress »Standortvorteil Wissen« begrüße ich Sie sehr herzlich im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie!

Die Themen Wissen, Wissensmanagement und Wissensbilanz, um die es heute geht, sind für den Wirtschaftsstandort Deutschland von herausragender Bedeutung.

Eine erfolgreiche Zukunft unseres Standortes hängt ab von der Innovationskraft unserer Unternehmen.

Nur mit neuartigen Produkten können wir unsere Spitzenposition im globalen Wettbewerb sichern und Chancen für Wachstum und Beschäftigung erschließen.

Innovationen setzen Wissen voraus.

Deshalb ist Wissen zum entscheidenden Faktor in der Wertschöpfung von Unternehmen geworden.

Der 2005 verstorbene Peter Glotz hat den Begriff der »Dematerialisierung« geprägt.

Mit diesem Begriff bezeichnete er eine Entwicklung, bei der die Wertschöpfung immer wissensintensiver wird.

Intelligente Steuerungssysteme nehmen zu – Basis ist die wachsende Digitalisierung.

Der Prozess der »Dematerialisierung« geht immer weiter – und damit steigt auch die Bedeutung von Wissen stetig.

In vielen Unternehmen – gerade im Dienstleistungssektor – trägt das Intellektuelle Kapital heute mehr zur Wertschöpfung bei als die klassischen Produktionsfaktoren.

Gleichwohl galt lange Zeit selbst für Großunternehmen das geflügelte Wort
»Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß.«

Das hat sich deutlich geändert.

Für große Unternehmen ist Wissensmanagement heute eine Selbstverständlichkeit.

Wie das konkret bei einem Weltkonzern wie VW aussieht, werden wir heute aus erster Hand von Herrn Kalmbach erfahren.

Ganz anders sieht das Bild bei kleinen und mittleren Unternehmen aus.

Hier ist der systematische und effiziente Umgang mit der Ressource Wissen leider noch keineswegs die Regel.

Kein Geld. Keine Zeit.

So lautet die von kleinen und mittleren Unternehmen häufig vorgebrachte Begründung für ihre Enthaltsamkeit beim Thema Wissensmanagement.

Doch diese kurzfristige Sicht kann gefährlich werden.

Wenn beispielsweise zwischen Mitarbeitern das Wissen nicht systematisch ausgetauscht wird, oder wenn beim Ausscheiden des Firmenchefs Wissen nicht an den Nachfolger weitergegeben wird – dann steht gerade bei kleinen Unternehmen schnell die Existenz auf dem Spiel.

Auf Dauer sind nur wissensorientiert geführte Unternehmen erfolgreich.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat deshalb bereits 2004 die Initiative »Fit für den Wissenswettbewerb« gestartet.

Mit dieser Initiative wollen wir die Verbreitung des Wissensmanagements im Mittelstand fördern.

Wir wollen die Unternehmen vom Wissensmanagement überzeugen.

Gleichzeitig bieten wir Unterstützung bei den ersten Schritten zur Umsetzung an.

Von 2004 bis 2012 fördern wir im Rahmen der Initiative »Fit für den Wissenswettbewerb« mehr als 30 Projekte mit insgesamt rund 17,5 Mio. Euro.

Anfangs ging es dabei hauptsächlich um die Entwicklung und Erprobung von neuen Lösungen und Methoden. 

Inzwischen steht der Transfer in die Praxis im Vordergrund.

Mit Unterstützung des Ministeriums wurde in den vergangenen Jahren eine Vielzahl innovativer Vorgehensweisen entwickelt und erprobt.

Diese helfen bei der Lösung konkreter Probleme im Unternehmen.

Bei Praktikern wie bei Wissenschaftlern finden sie große Anerkennung.

Trotzdem: Von einem Erfolg der Fit-Initiative wird man erst sprechen können, wenn es gelingt, diese Konzepte und Instrumente zu einer breiten Anwendung zu bringen.

Darum vor allem geht es auch beim heutigen Kongress.

Es ist erst ein knappes Jahr her, dass wir hier – im selben Raum – einen Kongress zum Wissensmanagement veranstaltet haben.

Die Reaktionen auf unsere Veranstaltung vor einem Jahr waren überaus positiv.

Nach wie vor erhalten wir Anfragen zu der letztjährigen Konferenz.

Dies hat uns darin bestärkt, das Thema Wissensmanagement auch dieses Jahr wieder mit einem Kongress aufzugreifen.

Die Zahl der Anmeldungen ist dieses Mal noch deutlich höher als im Vorjahr – auch das bestätigt uns in unserer Entscheidung.

Auf besonderes Interesse stoßen dieses Jahr die Ergebnisse einer höchst aktuellen Studie zum Thema Wissensmanagement.

»Wettbewerbsfaktor Wissensmanagement 2010: Stand der Praxis in der deutschen Wirtschaft« – so lautet der Titel der Studie.

Im vergangenen Jahr hat das Bundeswirtschaftsministerium Herrn Professor Peter Pawlowsky und seinen Mitarbeitern an der TU Chemnitz den Auftrag zu dieser Studie erteilt.

Mit der Studie wollten wir den aktuellen Bedarf für Wissensmanagement-Konzepte ermitteln.

Vor allem wollten wir aber empirisch abgesicherte Aussagen zur Bedeutung von Wissen und Wissensmanagement für Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit erhalten.

Die Ergebnisse der Studie liegen jetzt vor.

Sie dürften alle Unternehmer und Manager überzeugen, die noch überlegen, ob Wissensmanagement ihr Unternehmen voranbringen kann.

Es gibt einen positiven Zusammenhang zwischen Wissensmanagement-Aktivitäten und Unternehmenserfolg!

Die Studie belegt ihn.

Im globalen Wettbewerb ist Wissensmanagement ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Mehr als 3400 Unternehmen wurden im Rahmen der Studie befragt.

Beeindruckend ist die Zahl der Unternehmen, die planen, ihre Aktivitäten im Wissensmanagement künftig auszubauen.

So wollen 40 % der befragten Unternehmen künftig verstärkt Maßnahmen zur Erkennung strategischer Wissensdefizite vornehmen.

Gern würde ich Ihnen noch weitere Ergebnisse der Studie vortragen.

Denn sie bestätigen, dass wir mit unserer Initiative »Fit für den Wissenswettbewerb« richtig liegen.

Noch lieber überlasse ich aber diesen Part dem Mann, der das am besten kann – Herrn Professor Peter Pawlowsky, dem Autor der Studie.

Sein Vortrag ist Teil des nächsten Programmpunktes.

Meine Damen und Herren, anders als bei unserer Konferenz im Vorjahr steht diesmal ein Instrument des Wissensmanagements im Fokus – die Wissensbilanz.

Bei der Wissensbilanz handelt es sich um ein strategisches Managementinstrument, das die immateriellen Vermögenswerte einer Firma – das Intellektuelle Kapital – erfasst, bewertet und in strukturierter Form ausweist.

Immaterielle Vermögenswerte, wie zum Beispiel Patente und Urheberrechte, Qualifikationen der Mitarbeiter, gute Kundenbeziehungen sowie erfolgreiche Kommunikation nach innen und außen, sind nicht immer leicht greifbar.

Für den Unternehmenserfolg aber sind sie von großer Bedeutung.

Das Projekt »Wissensbilanz – Made in Germany« ist sicherlich eines der wichtigsten und erfolgreichsten Projekte unserer Fit-Initiative.

Jetzt steht das Projekt kurz vor dem Abschluss.

Für das Bundeswirtschaftsministerium, den Initiator und Finanzier dieses Projekts, war dies der Anlass für den heutigen Kongress.

Wir wollen einem breiten Fachpublikum vorstellen, was die »Wissensbilanz – Made in Germany« zu leisten vermag.

Dies kann sicherlich niemand besser als Unternehmer und Praktiker, die schon einmal eine Wissensbilanz erstellt haben.

Herrn Reinisch, Herrn Karnauchow und Herrn Fridrich danke ich daher für ihre Bereitschaft, heute Nachmittag von ihren praktischen Erfahrungen mit der »Wissensbilanz – Made in Germany« zu berichten.

Mit der »Wissensbilanz – Made in Germany« haben wir ein sehr wirkungsvolles und inzwischen auch bewährtes Instrument geschaffen.

Und wenn ich wir sage, dann beziehe ich ausdrücklich das Fraunhofer-Institut IPK in Berlin ein.

Im Auftrag des Ministeriums hat das Institut über Jahre das Wissensbilanz-Konzept fortentwickelt.

Der Chef des mit dem Projekt befassten Fraunhofer-Teams, Herr Professor Mertins, wird als nächstes zu Ihnen sprechen.

Sehr geehrter Herr Professor Mertins,
ich möchte die Gelegenheit nutzen und Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlich für die gute Arbeit in den vergangenen Jahren danken!

Das Ergebnis der Arbeit ist eine sehr wirkungsvolle und gebrauchstaugliche Lösung insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.

Wir wissen von mehr als 1000 Wissensbilanzen, die nach der Methode »Wissensbilanz – Made in Germany« erstellt wurden.

Die Wissensbilanz-Toolbox mit der dazugehörigen Software wurde über 100.000 Mal nachgefragt.

Darauf sind wir auch ein wenig stolz.

Und dafür werben wir aus voller Überzeugung bei denen, die wir mit unseren Aktivitäten zum Wissensmanagement unterstützen wollen.

Klarstellen möchte ich allerdings auch:
Wir haben die Wissensbilanz nicht erfunden.

Das Fraunhofer-Team konnte auf Vorarbeiten insbesondere aus dem skandinavischen Raum und aus Österreich aufsetzen.

Der Erfinder der Wissensbilanz ist heute aber unter uns.

Sehr geehrter Herr Professor Edvinsson,
ich begrüße Sie sehr herzlich hier im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Berlin!

Meine Damen und Herren,
bei den Diskussionen und Präsentationen heute steht die Wissensbilanz im Mittelpunkt.

Unsere Initiative »Fit für den Wissenswettbewerb« umfasst daneben noch eine Reihe weiterer Projekte.

Das Spektrum reicht von technischen Lösungen des Wissensmanagements und  eLearning-Konzepten bis hin zur Gestaltung wissensförderlicher Unternehmenskulturen und ausgewählten Branchenlösungen.

Ein Tag ist leider zu kurz, um sie Ihnen alle hier vorzustellen.

Wir möchten Ihnen aber Gelegenheit geben, auch über die anderen Projekte mehr zu erfahren.

Dazu veranstalten wir einen so genannten Wissensmarkt gleich nebenan im Eichensaal.

Ich bitte Sie herzlich: Nutzen Sie die Pausen und besuchen Sie die Info-Stände der Fit-Projekte auf dem Wissensmarkt!

Die Verantwortlichen aus den Projekten freuen sich auf den Erfahrungsaustausch mit Ihnen.

Fragen Sie nach, welche Lösungen für Ihr Unternehmen die Projekte anbieten können!

Und damit wende ich mich wieder an Herrn Krumrey, der uns heute durch das Programm führen wird.

Sehr geehrter Herr Krumrey, ich freue mich, dass Sie heute die Moderation übernommen haben!

Als stellvertretender Chefredakteur sind Sie mit dafür verantwortlich, dass die »Wirtschaftswoche« den Themen Wissensmanagement und Wissensbilanz sehr aufgeschlossen gegenübersteht.

So bietet die »Wirtschaftswoche« auf ihrem Portal »wiwo.de« einen Wissensbilanz-Schnelltest an.

Dabei kooperieren Sie mit unserem Projekt »Wissensbilanz – Made in Germany«.

Allen hier im Saal, die erste praktische Erfahrungen mit der Wissensbilanz machen möchten, empfehle ich diesen Schnelltest.

Meine Damen und Herren,
ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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Darf berufliche Weiterbildung auch »Spiel und Spaß« bedeuten?

(jm)

In Unternehmen darf gelacht werden – das hat sich spätestens seit Matt Weinsteins Buch »Lachen ist gesund – auch für ein Unternehmen« herumgesprochen. Management-Vordenker Tom Peters geht noch einen Schritt weiter: »Menschen (Führungskräfte), die mit sich selbst im Reinen sind, lachen auch viel. Das ist meine Erfahrung. Hier sind zwei meiner Regeln: (1) Arbeiten Sie niemals an Orten, wo wenig gelacht wird. (2) Arbeiten Sie niemals für einen Chef, der nicht lacht« (Tom Peters, Re-imagine!, 2004, S. 337). Guter Humor könnte demnach sogar als Gradmesser, als Temperaturfühler einer konstruktiven Unternehmens- und Teamkultur fungieren – und als schwer kopierbarer immaterieller Erfolgsfaktor von Führungskräften und Teams, die »mit sich selbst im Reinen sind«.

Darf aber in der »ernsthaften« beruflichen Aus- und Weiterbildung nicht nur »gelacht« werden, ja, darf denn sogar im Dienst der Personal- und Kompetenzentwicklung am Computer »gespielt« werden? Die Herausgeberinnen des neues Sammelbandes »Digitale Lernwelt – Serious Games. Einsatz in der beruflichen Weiterbildung«, Maren Metz und Fabienne Theis, beantworten diese Frage uneingeschränkt mit »Ja«. Sie befinden sich in guter Gesellschaft, denn »Serious Games« sind ein internationaler Trend im Kontext der beruflichen Aus- und Weiterbildung, der nicht zuletzt auch bei der renommierten Springer-Fachverlagsgruppe beachtet wird: »Serious Games on the Move« ist dort nicht nur Titel, sondern Programm.

Metz und Theis wollen mit ihrem Sammelband dazu beitragen, »Serious Games als wichtige und nachhaltige Methode in der beruflichen Weiterbildung zu etablieren und als ein bedeutsames und zukunftsweisendes Entwicklungsfeld aufzuzeigen« (S. 9). Gekonnt verknüpfen sie dazu auf 212 Seiten theoretisch-didaktische Konzeptionen mit überzeugenden Praxisbeispielen.

Den größeren Bildungsrahmen und wirtschaftlichen Nutzen von digitalen Lernspielen und virtuellen Lernorten verdeutlicht das Vorwort von Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie. Nach seiner Einschätzung helfen Serious Games dabei, »wichtige Kompetenzen zu lernen, die insbesondere im beruflichen Alltag von großem Nutzen sind, wie etwa Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen. Auch können die Spiele ohne größeren Aufwand an den jeweiligen Unternehmenskontext und den spezifischen Arbeitsalltag angepasst werden. Deshalb nutzen Personalentwickler zunehmend Computerspiele als Instrument zur Teambildung. Nicht zu unterschätzen sind ferner die Motivation und Lernbereitschaft, die Serious Games, vor allem bei jüngeren, besonders spielaffinen Mitarbeitern hervorrufen können« (S. 6). Ottos Fazit lautet dann auch: »Ihr Einsatz kann für das Unternehmen einen unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen haben. Dies gilt insbesondere auch für kleine und mittlere Unternehmen« (S. 6). Ein zukunftsweisender Nutzen übrigens, der mit Hilfe einer »Wissensbilanz – Made in Germany« transparent gemacht werden kann.

Möglicherweise wird Tom Peters seinem oben zitierten Werk »Re-imagine!« in einer seiner nächsten Auflagen zwei weitere Regeln hinzufügen: (3) »Arbeiten Sie niemals an Orten, wo nicht gespielt wird.« Und (4): »Arbeiten Sie niemals für einen Chef, der nicht selber Serious Games spielt – und dabei lacht.« Wer weiß …

 

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Wissensbilanz-Kongress in Berlin: »Standortvorteil Wissen«

(jm)
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) veranstaltet am 19. und 20. Mai 2011 gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) in Berlin den Kongress »Standortvorteil Wissen«, um die Zukunft des »Wissensstandortes Deutschland« zu erörtern. Da nach Meinung vieler Experten die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Deutschland maßgeblich vom verfügbaren Wissen und von der Innovationskraft der Unternehmen abhängt, wollen die Veranstalter die Bedeutung der Unternehmensressource »Wissen« für die Unternehmen sowie für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland unterstreichen.

»Gerade für den Mittelstand, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, ist die wissensorientierte Unternehmensführung eine wichtige Grundlage für die Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit«, sagt Prof. Dr. Kai Mertins, Direktor Bereich Unternehmensmanagement am Fraunhofer IPK. »Deshalb hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bereits im Jahr 2004 die Initiative ‚Fit für den Wissenswettbewerb’ gestartet, um Unternehmen auf dem Weg in die Wissensgesellschaft zu unterstützen.« Auf dem Kongress »Standortvorteil Wissen« werden daher die Verantwortlichen der Initiative Bilanz ziehen und aktuelle Themen der sog. »Wissensgesellschaft« mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren.

Deutschland ist auf dem Weg zu solch einer »Wissensgesellschaft«: Globale Wertschöpfungsketten, offene Innovationsprozesse, fast grenzenlose Zugänge zu ungeordneten Informationen in einer digital vernetzen Welt sowie der (oft erstaunlich unterkomplexe) menschliche Umgang mit dem Thema »Komplexität« gehören damit zu den Herausforderungen der Zukunft. Für viele Unternehmen bedeutet das schon heute im Tagesgeschäft, dass der richtige Umgang mit ihren wissensbasierten Unternehmensressourcen, mit dem Thema »Komplexität« und der gute Umgang mit ihren Fachkräften oft ihr einziger Wettbewerbsvorteil ist. Innovation und Know-how hängen in vielen klein- und mittelständischen Unternehmen maßgeblich vom betrieblichen Wissen ab, insbesondere dem komplexen menschlichen »Kapital zwischen den Ohren«, das dadurch aufgewertet und zu einem wichtigen Standortvorteil und kapitalen Unternehmenswert wird. Dabei gewinnen – nicht zuletzt als »lebensmäßige Schutzform« vor Plagiaten und dreistem Patentklau – gerade auch soziale, prozessuale und organisationale Innovationen in gut geführten Unternehmen mehr und mehr an Bedeutung.

Um diese Wissensperspektive strategisch und controllingtechnisch zu unterstützen, wurde das Managementinstrument der »Wissensbilanz – Made in Germany« als Ergänzung zu den klassischen, eher »rückwärtsgewandten« Instrumenten wie Bilanz, Gewinn-und-Verlust-Rechnung und den diversen Methoden der Kosten- und Leistungsrechnung entwickelt. Seit April 2009 gehöre ich zum Moderatorennetzwerk des Arbeitskreises Wissensbilanz (AK-WB), das mit seinen geschulten Moderatoren die vom BMWi geförderte Methode »Wissensbilanz – Made in Germany« workshopbasiert in Unternehmen durchführt und Unternehmen so bei der Analyse und Umsetzung ihrer wichtigen immateriellen Wettbewerbsvorteile unterstützt.

Der erste Kongresstag (19.05.) findet im Konferenzzentrum des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie statt (Invalidenstr. 48, 10115 Berlin). Hier werden Praktiker und Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu Wort kommen, um über den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sprechen und über die Rolle, die die Ressource Wissen für deutsche Unternehmen spielt. Zusätzlich berichten Firmen über ihre praktischen Erfahrungen auf dem Weg in die wissensbasierte Wirtschaft.

Der zweite Kongresstag (20.05.) findet im Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik statt (Pascalstr. 8-9, 10587 Berlin). Dieser Tag steht damit ganz im Zeichen der ergebnisorientierten, inhaltlichen Auseinandersetzung mit spezifischen Fragestellungen zu wissensbasierten Ressourcen in Unternehmen. In drei parallelen Themenworkshops werden zum einen »Best-Practice-Lösungen« vorgestellt, der zweite Workshop widmet sich dem Austausch zwischen Netzwerken und Multiplikatoren, und im dritten diskutieren Politiker mit Vertretern der Wissenschaft.

Vorgeschaltet ist dem Wissensbilanz-Kongress am 18.05.2011 das traditionelle jährliche Treffen der Wissensbilanz-Moderatoren (siehe dazu auch den früheren Blogbeitrag »Moderatorentreffen 2010«). Weitere Hintergrundinformationen zur Methode »Wissensbilanz – Made in Germany« finden Sie unter www.akwissensbilanz.org.

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