Bedeutung und Stellenwert des »impliziten Wissens« im Projektmanagement steigt

(jm)
Bedeutung und Stellenwert des sog. »impliziten Wissens« (nach Michael Polanyi) steigen nicht nur im klassischen »Wissensmanagement«, sondern zunehmend auch im Innovations- und Projektmanagement – wenngleich teilweise verborgen unter Bezeichnungen wie »soft skills«, »weiche Faktoren«, »Bauchgefühl« oder »Fingerspitzengefühl«. Es erscheint konsequent, dass sich diese integrale Einbeziehung des »Nicht-Quantifizierbaren« nach und nach auch in den maßgeblichen Referenzdokumenten und fachkundigen Medien niederschlägt.

Zeugnis dieser neueren Entwicklung bietet beispielsweise das vierbändige, fast 2700 Seiten starke Schwergewicht des »Kompetenzbasierten Projektmanagements (PM 3)« [2009], das den Begriff des »impliziten Wissens« mit Hinweis auf Michael Polanyis »tacit dimension« erstmals in seiner Einleitung (Seite 20) und im separaten Stichwortverzeichnisband listet.

Dem Konzept des »impliziten Wissens« zugrunde liegt die Erkenntnis, dass Menschen »mehr wissen, als sie zu sagen wissen«; dass nicht alles Wissen verbal ausgedrückt, sozusagen »expliziert« werden kann, sondern dieses Wissen »körpergebunden« bleibt – wiewohl es sich natürlich situativ im körperlichen »konkludenten« Handeln zeigt und kontextabhängig in »intelligenten« Handlungen sichtbar wird. Eine gute erste Einführung hierzu bietet Georg Hans Neuweg in seinem Booklet »Das Schweigen der Könner«, vertieft entfaltet in seiner Habilitationsschrift »Könnerschaft und implizites Wissen«.

Konsequent wäre es sicher gewesen, wenn nicht nur Michael Gessler in seinem Einleitungskapitel zum PM 3, sondern auch die übrigen 80 Autoren – an entsprechender Stelle in ihrem jeweiligen Fachgebiet – immer wieder auf Polanyis Konzept des impliziten Wissens zu sprechen gekommen wären, um die vielfältigen Beziehungen zwischen Wissens- und Projektmanagement aufzuzeigen. Andererseits wirkt es im positiven Sinne als vorgezogene Klammer und gewolltes Vorzeichen des gesamten 2700-Seiten-Werkes, wenn bereits die Einleitung – zumindest in ersten Umrissen – den Stellenwert des »impliziten Wissens« im Zusammenhang mit dem Erwerb von projektmanagementbezogenen Kompetenzen aufzeigt.

Hinweise auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der »Wissensbilanz – Made in Germany« im dynamischen Umfeld von Wissens- und Projektmanagement wären natürlich »die Krönung« im PM 3 gewesen. Wer weiß, vielleicht in der nächsten Auflage …?

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Eingeordnet unter Innovationsmanagement, Kompetenzmanagement, Projektmanagement, Wissensbilanz - Made in Germany, Wissensmanagement

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